Die Orgel

 

Aus dem 16. Jahrhundert ein wahrhaftiges Orgelkunstwerk.

Im Inneren des Doms Ss. Corpo di Cristo, kann Valvasone sich mit der einzigen noch in Italien existierenden Orgel aus dem venezianischen 16. Jahrhundert rühmen. Vincenzo Colombi ist sein raffinierter Erbauer gewesen. Mit seiner reich verzierten und geschnitzten Kasten stellt sie das vollständigste und einzigartigste Modell dieses Musikinstruments aus dem venezianischen 16. Jahrhundert dar.



Die Grafen der alten Familie Valvasone, welche für die künstlerische und musikalische Entwicklung des Dorfes verantwortlich waren, gaben die Orgel in Auftrag und finanzierten diese auch.

 

Der Bau der Orgel begann im Januar 1533 und endete im 1552 als die Orgel in jedem seiner Teile als vollendet erachtet wurde. Im Verlauf der Jahrhunderten durchlief das Musikinstrument mehrere Restaurierungen und Änderungen, zuletzt im Jahre 1769.

In der Folge erstummte die Orgel, wurde auseinandergenommen, verloren und wieder aufgefunden. Im 1970 beschloss man die Orgel wieder zu seiner ursprünglichen Schönheit zurückzuführen – zumidest was das äussere künstlerische Apparat betraf. Alfredo Piccinelli wurde im 1972 mit der Restaurierung beauftragt. Er verwendete originalgetreue Materialien aus dem 16. Jahrhundert und führte das Instrument zur ursprünglichen Schönheit und Funkitonalität zurück. Der Wind aus dem 19. Jahrhundert wurde willentlich als wichtigen Zeitzeugen der Geschichte der Orgel beibehalten, obwohl man leichtens eines originalgetreu hätte nachbauen können. Schlussendlich, im Jahre 1999, wurde von Francesco Zanin die bisher letzte Restaurierung durchgeführt. Er stellete die ursprüngliche Form der Orgel wieder her und entfernte alle Zusätze und Änderungen, die in den Jahrhunderten angebracht wurden.

 

Heutzutage findet man die betriebsbereite Orgel folgendermassen vor:

  •  41 Zinnpfeifen, unterteilt in 5 campate, mit "organetti morti";
  •  Tastatur (Spieltisch) bestehend aus 47 Noten; die diatoniatonische Tasten sind in Buchsbaumholz überzogen,  mit Stirnseite  frontalini a lunetta, die chromatischen in Ebenholz;
  • pedaliera a leggio mit 20 kurzen Pedalen in Nussbaum, welche mit der Tastatur verbunden sind;
  •  Handregister ad incastro rechts der Tastatur horizontal angeordnet;
  •  Schwegel handbedient;
  •  Gebläse, bestehend aus drei keilförmigen Blasbalken, welche mittels Scheiben und Seile betätigt werden können, Elektroventilator;
  • Somiere a vento aus Nussholz mit acht pettini welche den acht Register entsprechen;
  • Crivello aus Leder con bocche delle canne sottostanti;
  •  Zinnpfeifen, tenori con bordo superiore a mitria;
  • Canne dei registri ripieno und Bleiflöte.

 

 

 DER ORGELKASTEN:


 Architektur, Malerei,  Schnitzerei: Einen einzigartigen Kasten für die Orgel

 

Stefano di Venezia wurde mit der Architektur des Orgelmöbels beauftragt während Girolamo di Venezia deren Details ausgearbeitet hat. Diese beiden Kunsthandwerker haben das Projekt nicht insbesondere für Valvasone angefertigt, sondern haben lediglich, wie es zu jener Zeit üblich war, die Formen der zu jener Zeit üblichen Orgelkasten wiedergegeben, so wie es der venezianischen Tradition eigen war.

 

Was die Malerei auf den äusseren Leinwandgemälden betrifft, welche man nur bei geschlossener Orgel sehen kann, so stellen diese die Ernte der Manna dar. Die inneren Leinwandgemälde, hingegen, stellen das Isaks Opfer und das von Melchisedech dar. Die Gemälde wurden von Giovanni Antonio aus Pordenone angefangen und, nach dessen Tod, von Pomponio Amalteo beendet. In der Abbildung des Opfers Isaaks erkennt man mehrheitlich die Hand des Pordenone’s während die andere Abbildung in der Inszenierung klar die Handschrift des Künstlers trägt, jedoch in der Ausführung den Amalteo erkennen lässt, der figürlich eher müde erscheint. In dem Gemälde der Ernte der  Manna werden die im Vordergrund gebeugten Figuren, sowie  einzelne andere Figuren und der Hintergrund links, dem Pordenone zugeschrieben.

 

In den fünf Panelen des Geländers erkennen wir jedoch das Talent von Amalteo. Von links nach rechts sind die Themen: die Hochzeit von Cana, die Vertreibung der Händler aus dem Tempel, die Heilung des Gelähmten, die Multiplizierung der Brote und der Fische, die Bekehrung der Maria Maddalena. Der PInselstrich ist frisch, die Ausarbeitung der Details minutiös, die Farben ebenmässig und ausgewogen.

 

Von Amalteo sind auch die seitlichen dekorativen Verzierungen welche Masken, wundersame Tiere, Füllhörner, Trophäen und grotteske Verzierungen aus dem 16. Jahrhundert darstellen.

 

 


LISTE DENKMÄLER:

 

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